Englisch

Porträt einer Sprache

Warum Englisch lernen?

Stellen Sie sich vor, von heute auf morgen gäbe es die englische Sprache nicht mehr. Wie würden sich die Menschen beispielsweise in Großbritannien, den USA, Kanada oder Australien verständigen? Wie würden die Mitarbeiter in Organisationen wie den Vereinten Nationen oder der Europäischen Union miteinander ins Gespräch kommen? Wie sähen internationale Geschäftsverhandlungen aus? Englisch ist eine Weltsprache und Amtssprache in über 20 Ländern. Dazu hat sie sich zu einer der wichtigsten Verkehrssprachen in Wirtschaft, Wissenschaft, Diplomatie und Verwaltung entwickelt. Damit öffnet die englische Sprache viele Türen und baut zahlreiche Brücken.

Besondere Eigenschaften der englischen Sprache

Im modernen Englisch findet fast keine Flexion (Beugung) mehr statt. Das Englische hat seine Flexionsformen im Laufe seiner Geschichte weitgehend aufgegeben. Der folgende Vergleich mit dem Deutschen soll dies am Beispiel des Verbs „machen“ verdeutlichen:

 

Deutsch: machen Englisch: make
Ich mache I make
Du machst You make
Er /sie/es macht He/she/it makes
Wir machen We make
Ihr macht You make
Sie machen They make

 

Für Lernende des Englischen ist das natürlich eine Erleichterung. Im Gegenzug gibt es jedoch festere Regeln für den Satzbau, denn die Position im Satz wird nun wichtiger für die Bedeutung. Hier folgt das Englische der Reihenfolge S-P-O (Subjekt, Prädikat, Objekt). Stärker flektierende Sprachen wie das Deutsche sind entsprechend flexibler im Satzbau.

Eine weitere Vereinfachung ist das Fehlen des grammatischen Geschlechts. Es gibt, kurz gesagt, nur noch einen Artikel: „the“.

In lexikalischer Hinsicht ist Englisch eine außergewöhnlich reiche Sprache. Das Englische hat sich im Laufe seiner Geschichte großzügig aus dem Wortschatz anderer Sprachen bedient und so die eigene Lexik erweitert. Hervorzuheben sind dabei Französisch und Latein.

Englisch ist nicht gleich Englisch: Dialekte und Varianten

Die Verbreitung der englischen Sprache auf der ganzen Welt und in vielen Kulturen, verbunden mit zahlreichen Sprachkontakten bedeutet auch, dass es eine Vielzahl an Varianten und Dialekten gibt. So unterscheidet sich das britische Englisch vom amerikanischen Englisch, vom australischen Englisch, vom indischen Englisch oder kanadischen Englisch, um nur ein paar zu nennen. Exemplarisch stellen wir Ihnen hier  die wichtigsten Dialekte in den USA vor.

Wie die englische Sprache wurde, wie sie ist

Die englische Sprache hat sich aus dem Germanischen entwickelt. Im frühen Mittelalter siedeln germanische Völker im heutigen England, darunter die Angeln und die Sachsen. Daher trägt das Englische dieser Zeit, Altenglisch, häufig auch die Bezeichnung Angelsächsisch.

Das 12. bis 15. Jahrhundert ist die Zeit des Mittelenglischen. Mit der Eroberung Englands durch die Normannen im Jahr 1066 übt das Französische einen starken Einfluss auf die englische Sprache aus. Zahlreiche neue Wörter werden in den Sprachschatz aufgenommen. In dieser Zeit beginnt auch die Reduzierung der Flexion. Die mittelenglische Sprache ist jedoch noch wenig privilegiert, da die Oberschicht sich des Französischen bedient, Kirche und Wissenschaft des Lateinischen. Ein bekannter Dichter der mittelenglischen Literatur ist übrigens Geoffrey Chaucer (1342/43-1400; Canterbury Tales). Er nutzt die mittelenglische Volkssprache, während viele andere Dichter noch auf Französisch schreiben.

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Shakespeare-Geburtshaus in Stratford-upon-Aven -
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Das Englische der Zeit zwischen 1500 bis 1700 erlebt starke Änderungen bei Aussprache und Wortschatz. Das sogenannte Frühneuenglische erfährt die frühneuenglische Vokalverschiebung, in deren Verlauf sich die Aussprache der heutigen annähert. Englisch gewinnt an Prestige, auch in Wissenschaft und Politik, und wird dort zunehmend verwendet. In der frühneuenglischen Phase kommt es daher zu einer enormen Erweiterung des englischen Wortschatzes, um den Bedarf zu decken. Entlehnungen aus dem Lateinischen sind dabei keine Seltenheit. Bei der Erweiterung des Wortschatzes macht sich außerdem William Shakespeare (1564-1616) mit seinen Wortschöpfungen sehr verdient.

Das Englische seit 1700 bis heute wird als Neuenglisch bezeichnet. Die englische Sprache verbreitet sich in dieser Zeit in der Welt und erlebt einige Standardisierungsbemühungen. Dazu zählen das Verfassen von Grammatiken und die Herausgabe von Wörterbüchern, darunter das Oxford English Dictionary ab dem 19. Jahrhundert und Noah Websters (1758-1843) An American Dictionary of the English Language.

 

 

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