Feliz Natal!

Weihnachten in Portugal

Maria Sipaila

Weihnachten in Portugal wird im Allgemeinen nicht anders gefeiert als in Mitteleuropa: Die Zimmer sind festlich geschmückt, die ganze Familie kommt zusammen und Heiligabend ist der Höhepunkt des Weihnachtsfestes. Jedoch drei Weihnachtsbräuche sind besonders interessant und die möchte ich mit Euch allen teilen...

Foguerias do Natal: (Weihnachtsfeuer)

Keltischen Ursprungs ist die Tradition, am 24. Dezember gemeinsam einen Scheiterhaufen auf dem Markplatz zu errichten und nach der Mitternachtsmesse anzuzünden. Das Feuer soll nicht nur alle Zuschauer wärmen, sondern es symbolisiert den Sieg des Lichts über die Dunkelheit zur Wintersonnenwende. Je größer der Baumstamm auf dem Haufen und je höher die Flamme, desto besser wird die kommende Ernte.
Die fogueiras brennen die ganze Nacht über, früher (vielleicht auch heute noch, aber nur in einigen traditionelleren Dörfern) brannten sie sogar bis zum 6. Januar.

Die Krippe

Die Krippe ist ein wichtiger Bestandteil der Weihnachtsdekoration in Portugal. Nicht nur in den Häusern werden die Figürchen von Josef, Maria, den Hirten, Schafen und dem Kind aufgestellt, sondern auch an öffentlichen Plätzen findet man Krippenbilder mit echten Menschen und Tieren bzw. Figuren in Lebensgröße. Vor allem die Kirchen legen viel Wert auf die Ausgestaltung ihrer Krippen und bauen richtige Landschaften auf, mit Dörfern und Figuren. Die Figur des Christkindes wird aber erst um Mitternacht in die Krippe gelegt - zur gleichen Zeit bekommen die Kinder die Geschenke vom Pai Natal, dem Weihnachtsmann.

Die Bohne bekommen...

Am 24. Dezember findet bei den Portugiesen ein Festessen in der Familie statt, die sogenannte consoada. Es gibt oft Stockfisch mit Kartoffeln und Gemüse, aber eine riesige Auswahl an Desserts. Dazu gehört der „Bolo Rei“ (Königskuchen), der dem deutschen Weihnachtsstollen im Geschmack ähnelt. Er enthält kandierte Früchte, Nüsse, ein kleines Geschenk und eine Bohne.

Man sagt, dass die Kranzform des Bolo Rei und der Glanz der bunten gezuckerten Früchte eine Königskrone symbolisieren sollen und die kleine versteckte Bohne war für die Heiligen Drei Könige gedacht: Die Legende besagt, dass Melchior, Balthasar und Kaspar sich nicht entscheiden konnten, wer als erster dem Christkind das Geschenk überreichen sollte. Da hatte ein Bäcker die Idee, ihnen die Entscheidung leichter zu machen und versteckte einen Bohnenkern im Teig. Wer heute die Bohne findet, kann sich etwas wünschen oder auch den Bolo Rei für das nächste Jahr besorgen.

m_bolo-rei Portugiesisch - Feliz Natal! - Spracheninstitut Uni Leipzig
Bolo rei - © PantherMedia / Pedro Rebelo
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